Autor: admin

  • Kommentar: Oh Deutschland, du und dein Glasfaser

    Kommentar: Oh Deutschland, du und dein Glasfaser

    Zum Bericht des Kreisboten Kaufbeuren [1] (danke an den KB für den Bericht) möchte ich noch etwas ergänzen 😁.

    Grundsätzlich ist nahezu jeder gut ausgearbeitete Antrag zur Förderung der Digitalisierung zu begrüßen. So auch der von CSU / Grüne. Die Aussage bezüglich der Planlosigkeit meint die komplette Digitalisierung in Deutschland. Denn diese besteht primär aus Aktionismus und dem Gießkannenprinzip, ohne die Förderrichtlinien bzw. was konkret gefördert werden soll, zu hinterfragen. So auch am Beispiel Breitbandausbau: Die Förderrichtlinien für den Breitbandausbau seitens des Bundes beziehen sich primär auf Geschwindigkeiten, nicht auf die eingesetzten Techniken. Auf diesem Weg wird am Ende auf einen veralteten Übertragungsweg gesetzt: Das Kupferkabel. Das Kupferkabel ist bereits nahezu an seiner physikalischen Grenze angelangt und man schafft es nur durch Änderung an der Kanalkodierung physikalische Effekte zu „umgehen“. Das passiert beim Vectoring auf welches die Telekom setzt. Dies hat zur Folge, dass man zwar sehr günstig die letzten (und teuersten) Meter zwischen Verteilerkasten und Hausanschluss anbieten kann, aber ist das zukunftsfähig? In keiner Weise, denn wir haben wir die Grenze erreicht. Vielleicht erreicht man noch durch ein paar Tricks etwas höhere Geschwindigkeiten, aber viel geht nicht mehr. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass man in 10 Jahren die benötigten Geschwindigkeiten mit Vectoring gar nicht mehr erreichen kann, sondern nur noch mit Glasfaser. Somit gerät man in einen massiven Rückstand gegenüber Ländern und Regionen (den man eh schon hat), die schlicht und ergreifend ausschließlich den Glasfaseranschluss (FTTH/FTTB [2]) ins Gebäude fördern und nicht bis zum nächsten Verteilerkarten (FTTC) wie es Deutschland macht. Zudem sollten die Förderkriterien, wie schon erwähnt, sich auf die Anschlussart beziehen, sprich, alles was Kupfer auf die letzten Meter ist, gehört gefördert und zu FTTH/FTTB ausgebaut, egal welche Geschwindigkeit damit erreicht wird. Nur so bleibt man zukunftsfähig.

    Gerade im Unternehmensbereich merkt man, dass Glasfaseranschlüsse mittlerweile ein Standortkriterium sind. Im privaten Bereich wird das auch kommen, nur verzögert. Früher reichte bekanntlich auch der ISDN-Anschluss, welcher heute mit seiner Geschwindigkeit undenkbar wäre.

    Deutschland bewegt sich auf der Straße der Digitalisierung weiter nach vorne, leider nur mit 50km/h während andere mit 100km/h oder 150km/h unterwegs sind. Aufholen sieht anders aus. Aktuell befindet sich Deutschland bei Breitbandanschlossen auf Platz 34, zwischen Chile und Panama [3]. Alles andere als eine Verschlechterung in den nächsten fünf Jahren würde mich (positiv) schwer überraschen. Denn andere werden durch gezieltere Investitionen schnell aufholen.
    Ach, eine Sache muss ich nochmal erwähnen: Deutschland schnitt bei einer Pisa-bezüglich digitaler Bildung in Form von Onlinelernplattformen innerhalb der OECD auf Platz 66 von 78 ab bzw. im Bereich der Digital-Ausbildung der Lehrer sogar als Letzter. [4]
    Man könnte bei den ganzen Platzierungen meinen, dass es sich hier nicht um die Digitalisierung sondern um den Eurovision Song Contest handelt…

    [1] https://www.kreisbote.de/lokales/kaufbeuren/stadtraete-diskutieren-breitbandausbau-in-kaufbeuren-90067575.html
    [2] https://en.wikipedia.org/wiki/Fiber_to_the_x#Definitions
    [3] https://worldpopulationreview.com/country-rankings/internet-speeds-by-country
    [4] https://www.welt.de/politik/deutschland/article216803170/Pisa-Studie-Das-grosse-Problem-der-deutschen-Lehrer.html

  • Kommentar: Unsere Lehrer und der Digitalpakt

    Kommentar: Unsere Lehrer und der Digitalpakt

    Die Welt hat einen sehr interessanten Artikel über eine PISA-Studie über die Digitalisierung unserer Lehrer veröffentlicht:
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article216803170/Pisa-Studie-Das-grosse-Problem-der-deutschen-Lehrer.html

    Also ich mein die Lehrer, nicht den digitalen Unterricht bzw. die Digitalisierung in der Schule. Denn der in meinen Augen recht verkorkste Digitalpakt ist das eine, dass es aber auch entsprechende Lehrer benötigt ist das andere.

    Es gibt natürlich viele engagierte Lehrer, aber die ein digitale Verständnis haben und die die es nicht haben. Und das rächt sich jetzt massiv. Nebenbei bemerkt: Meine Frau ist selbst Lehrerin.

    Man kann den Lehrern idR. keinen Vorwurf machen: Sie sind nie abgeholt worden. Man dachte in Deutschland, es reicht, wenn man Smartboards in die Klassenzimmer schraubt. Am besten noch unterschiedliche Smartboards in jedes Klassenzimmer, dass die Software auch immer unterschiedlich sind. Und so verkommen die Smartboards zu teuren Tageslichtprojektoren.

    Was fehlte sind Fortbildungen und entsprechende Programme, sowie eine Anpassung des Unterrichts an die digitale Welt. Und diese nicht auf freiwilliger Basis sondern als Pflicht! Jetzt hat uns die Gegenwart eingeholt: Viele Lehrer stehen da wie das Kaninchen vor der Schlange und wissen nicht, was digitaler Unterricht bedeutet. Ich hoffe sehr, dass der Staat entsprechende Programme auf die Beine stellt, aber ich befürchte fast nicht. Es wird wohl eine verlorene Zeit…

  • Kommentar: Online-Zugangsgesetz OZG

    Kommentar: Online-Zugangsgesetz OZG

    Wie schon in meinem Nicht-Bericht erwähnt, hat der Staat die letzten Jahren massiv in Sachen Digitalisierung verschlafen und versucht jetzt mit übereiltem Aktionismus die Digitalisierung voran zu bringen, obwohl man bei weitem noch lange nicht soweit ist. Das wird auch nicht besser wenn die Kommunen weiter im Stich gelassen werden. Aber man hat mit dem Online-Zugangsgesetz Bund und Länder verpflichtet, bis 31.12.2022 die Verwaltungsleistungen online anzubieten. Klingt aufs Erste nach einem passablen Zeitraum, aber wenn es vorne und hinten fehlt, wird es schwierig. Im Prinzip versucht der Staat hier den Bau eines Hochhauses vorzuschreiben, lässt sie aber beim Fundament alleine. Dazu kommt dass das Hochhaus auf sandigem Grund stehen soll…Insgesamt 570 Dienstleistungen sollen digital verfügbar sein. Das ist ein wahrer Kraftakt, vor allem weil hierbei unzählige verschiedene Dienstleister und Softwareanbieter im Boot sind. Gleichzeitig sind aber gar keine Standards definiert worden, wie soll man also auf einen gemeinsamen Nenner kommen? Ich bin mal gespannt wie das weiter geht…
    https://www.heise.de/news/AG-KRITIS-Innenministerium-verbummelt-die-Digitalisierung-der-Verwaltung-4887124.html

  • Der Nicht-Bericht über die digitale Stadt

    Der Nicht-Bericht über die digitale Stadt

    Mir ist ein kleiner Fehler passiert. Es wurde im Verwaltungsausschuss bzw. Stadtrat beschlossen, dass jeder Beauftragte aus seinem Bereich berichtet. Mein Zeitpunkt wäre der erste Verwaltungsausschuss nach den Sommerferien, also nächste Woche. Ein kleines Detail hatte ich nicht beachtet, nämlich, dass dies erst ab 2021 gilt. Somit habe ich nun einen Bericht, den ich nächste Woche wohl nicht vortragen werde. Bevor dieser aber im Papierkorb landet, möchte ich diesen zumindest anderweitig veröffentlichen: Von der deutschen Politik wurde die Digitalisierung als Zukunftsthema bezeichnet. Und genau hier beginnt das Problem: Die Digitalisierung ist die Gegenwart und sicherlich nicht erst die Zukunft. Deutschland hat sie bisher nur massiv verschlafen. Das fängt mit den Leitungen in der Erde an und hört bei digitalen Konzepten für Schüler auf. Es fehlt in meinen Augen eigentlich überall und mit schlecht geplantem Aktionismus wie dem Digitalpakt oder einer Verpflichtung für Kommunen für digitale Services wird es nicht besser, im Gegenteil, der Druck wird erhöht und es fehlt weiter am Wichtigsten: Durchgängige Konzepte. Städte wie Kaufbeuren stehen hier vor einer größeren Herausforderung die Digitalisierung zu meistern als andere Städte, denn Digitalisierung lässt sich nur mit entsprechendem Budget, CAPEX wie auch OPEX sowie den zugehörigen Mitarbeitern meistern.

    Und so möchte ich Herrn Wittek, dem IT-Leiter der Stadt Kaufbeuren und seinem Team für die bisher geleistete Arbeit bei dieser großen Herausforderung danken und den Stadtrat um die Bereitstellung benötigter Mittel bitten, denn gerade in dieser schweren Zeit, die eine weitere Digitalisierung erfordert, ist es wichtig, diese weiter voran zu bringen, damit auch bei uns die Digitalisierung zur Gegenwart wird. In meiner Rolle als Beauftragter „Digitale Stadt“ versuche ich hierbei zu unterstützen. Weniger bei den Verwaltungsaufgaben sondern viel mehr als Schnittstelle zwischen Bürgern, Wirtschaft und der Stadt. Auch ist „ich“ nicht korrekt, denn korrekt wäre „wir“. Wir, das sind zunächst das aktuelle Digitalteam aus Generation KF und Kaufbeurer Initiative e. V. und künftig hoffentlich auch Bürger und Unternehmen, denn der Beauftragte „Digitale Stadt“ ist keine One-Man-Show und kann es auch gar nicht sein. (Nebenbei bemerkt, möchte ich mich an dieser Stelle für die herausragende Zusammenarbeit mit der Generation KF bedanken).

    Wie schon in der ursprünglichen Beschreibung des Beauftragten erwähnt, soll dieser als Schnittstelle dienen. Aber wo genau wollen wir hin? Was wird gewünscht, was nicht? In meiner beruflichen Position als Vollblut-Informatiker verstehe ich das vielleicht anders als weniger IT-affine Personen. Daher ist gerade anfänglich die Kommunikation die Basis für diese Rolle. Dies erfolgte z. B. bereits über eine sehr interessante Diskussion mit Zehntklässlern der Jörg-Lederer-Mittelschule und soll auch künftig auf weitere Schulen wie auch digitale Stammtische ausgeweitet werden. Zunächst gilt es, Bürger und Unternehmer abzuholen, um Ideen und Anregungen zu erhalten. Über Möglichkeiten der Umsetzung kümmert sich dann das Digitalteam in Zusammenarbeit mit der Stadt. Aber nicht immer muss hier die Verwaltung involviert sein, es kann auch andere Konzepte geben. Eines ist z. B. das Konzept zur digitalen Förderung des lokalen Einzelhandels. An diesem, in einer anderen Stadt bereits erfolgreich umgesetzt, wird aktuell gearbeitet. Gleiches gilt auch für ein Konzept für mehr digitale Transparenz. Hierzu wird es demnächst Neuigkeiten geben.

    In den ersten Wochen des neuen Schuljahres möchte ich auf weitere Schulen zugehen, um auch mit diesen Diskussionen analog der Jörg-Lederer-Mittelschule zu führen. Die Themen hierbei gaben die Schüler selbst vor. Jeder Schüler schrieb zwei Digital-Themen, die ihn interessieren, auf jeweils einen Karton. Diese wurden dann über Punktevergabe der Schüler priorisiert und entsprechend thematisiert. Das Ergebnis war eine rege Diskussion, die auch mir persönlich viel brachte. So kam z. B. heraus, dass auch Zehntklassschüler eine Digitalisierung nicht auf allen Ebenen befürworten. Sie sehen Smartboards recht skeptisch; Aus dem einfachen Grund, dass zum einen kaum Lehrkräfte damit umgehen können und zum anderen der Unterricht dadurch zu komplex wird. Auf der anderen Seite erachten sie digitale Services als wichtig; Das Beispiel der Buron-App kam sehr gut an, hier zeigte sich nur das Problem, dass die App sämtlichen Schülern und auch der betreuenden Lehrkraft unbekannt war. Ursache ist, dass die Schüler keine klassischen Medien konsumieren, sondern sich über soziale Medien informieren. Hier müsste die Stadt Kaufbeuren besser ansetzen, aber auch bei dieser Thematik ist ein Ressourcenproblem vorhanden. Wie schon erwähnt, sollen nicht nur Schüler sondern auch Bürger und die Wirtschaft abgeholt werden.

    Als erstes Mittel sollen regelmäßige Digital-Stammtische stattfinden. Dies zunächst, entgegen des aktuellen Trends physisch und nicht virtuell. Hintergrund ist, dass die Erfahrung zeigt, dass in Videokonferenzen sich Teilnehmer deutlich passiver verhalten als bei einer physischen Zusammenkunft vor Ort, aber die Teilnehmer sollen eben zur aktiven Diskussion animiert werden. Aus diesem Grund ist die Idee, dass diese Treffen erst einmal in kleiner Runde unter Berücksichtigung der aktuellen Hygienemaßnahmen stattfinden. Je nach Entwicklung werden diese dann entsprechend ausgeweitet. Sobald die ersten Termine feststehen, werden diese mitgeteilt. Vor uns liegt ein langer Weg und ich hoffe, dass der Stadtrat wie auch die Verwaltung uns in diesem Vorhaben unterstützen. Sollte es Anregungen oder Ideen aus dem Stadtrat geben, so stehe ich sehr gerne zur Verfügung, was natürlich auch für jeden Bürger in Kaufbeuren gilt. Denn die Digitalisierung ist eine Aufgabe für uns alle. Vielen Dank!

  • Mit dem Digital-Team im BayernLab

    Mit dem Digital-Team im BayernLab

    Gemeinsamer Besuch des Digital-Teams sowie den Fraktionssprechern von GenerationKF und Kaufbeurer Initiative im BayernLab

    Seit der Schaffung des Beauftragten „Digitale Stadt“ arbeiten GenerationKF und die Kaufbeurer Initative im digitalen Bereich eng zusammen um für die Stadt Kaufbeuren Konzepte für die Zukunft zu entwickeln. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit besuchten das „Digital-Team“ sowie die beiden Fraktionssprecher das nach einer Corona-Pause wiedereröffnete BayernLab in der Kaufbeurer Schraderstraße. Nach einem Vortrag über die Themen des BayernLabs wurden die einzelnen Bereiche auch erlebbar gemacht: 3D Druck, Robotik, Virtual Reality / Augmented Reality, Programmierung, Künstliche Intelligenz und digitale Services konnten im Rahmen der Hygienemaßnahmen getestet werden. Der Besuch war für alle Beteiligten sehr unterhaltsam und informativ. GenerationKF und die Kaufbeurer Initative empfehlen allen Interessierten, einmal im Kaufbeurer BayernLab vorbei zu schauen, um sich selbst ein Bild dieser vorbildlichen Einrichtung zu machen.

    Auf dem Gruppenbild von links nach rechts:

    Ernst Holy (Fraktionssprecher KI)
    Alexander Uhrle (Beauftragter „Digitale Stadt“ / KI)
    Jens Schnettler (KI)
    Julia Bosse (GKF)
    Maximilian Nocker (GKF)
    Moritz Lill (GKF)

  • Diskussion mit Abschlussklässlern

    Diskussion mit Abschlussklässlern

    Gestern war mein erster offizieller Auftritt als Beauftragter „Digitale Stadt“. Mit zehn Schülern aus der 10. Klasse der Jörg-Lederer-Mittelschule diskutierte ich über digitale Themen in der Schule und auch im Alltag. Hierbei kamen viele interessante Anregungen oder auch Themen auf, wie dass die Schüler nicht in jeder Lebenslage gut finden. Eines der Hauptprobleme ist teilweise auch das digitale Verständnis von Lehrern, so sind die häufig eingesetzten Smartboards recht unbeliebt, da die meisten Lehrkräfte damit nicht umgehen können. Besonders im Social Media Bereich wird in der Altersklasse Facebook nur noch wenig genutzt, sondern primär Instagram und TikTok. Dennoch wünschen die Schüler sich deutlich mehr digitalen Unterricht und auch im Alltag mehr digitale Funktionalität.

    Es hat mir, und scheinbar auch den Schülern und Lehrkräften, einen großen Spaß gemacht und ich hoffe, das war nicht die letzte Veranstaltung dieser Art.

    Besonders freut mich das Fazit des Schulleiters Christian Gebauer:
    “ Die Stadt und ihre Mitarbeiter unterstützen unsere Schule seit Jahren bei der Digitalisierung. Zum ersten Mal kam jetzt mit Herrn Uhrle ein Stadtrat in unsere Schule um mit meinen Schülern selbst über ihre Wünsche und Erfahrungen mit der Digitalisierung zu sprechen. Ein tolles, sehr wertschätzendes Zeichen und wertvoller Austausch! Es wäre klasse, wenn wir das im nächsten Schuljahr wiederholen könnten.“

    Interessierte Schulen vor… 😁