Kategorie: Allgemein

  • Inlinehockeyboden für die erdgas schwaben arena

    Inlinehockeyboden für die erdgas schwaben arena

    Anpassung des neuen Inlinehockeybodens in der erdgas schwaben arena

    Als ich 2018 noch nicht im Stadtrat war, regte ich über die Fraktion der Kaufbeurer Initiative e. V. an, einen Inlinehockey-Boden für die erdgas schwaben arena anzuschaffen. Daraus resultierte ein gemeinsamer Antrag der CSU Kaufbeuren und der KI, welcher im Gremium angenommen wurde. Nach einer Bemusterung entschied man sich für ein Modell der Firma Stilmat aus Tschechien, welcher 2020 gekauft und vor ein paar Tagen in der Arena verlegt und bemalt wurde.

    Gleiches passierte parallel im Donaubad Neu-Ulm. Dieser wurde am Wochenende bei einem Lehrgang der DRIV Inlinehockey Nationalmannschaft eingeweiht.

    Einen Bericht über den Boden gibt es unter diesem Link:
    https://www.regio-tv.de/mediathek/video/neuer-boden-eissporthalle-in-neu-ulm-jetzt-ganzjaehrig-nutzbar

    Ich hoffe, dass der Boden künftig auf gleicher Weise genutzt wird. Pandemiebedingt wurden zwei Events von Hockey for Hope e. V. nun auf 2022 verschoben. Es soll aber nicht bei diesen bleiben.

  • Interview AZ über Digitalisierung und IT-Sicherheit

    Interview AZ über Digitalisierung und IT-Sicherheit

    Screenshot AZ vom 24.04.2021

    Diese Woche durfte ich Alexander Vučko von der Allgäuer Zeitung ein Interview zum Thema Digitalisierung und IT-Sicherheit geben. Natürlich kann man mit der Thematik ganze Bücher füllen, daher ist es schwierig, dies auf wenige Sätze zu reduzieren. Ich hoffe aber, dass trotzdem der eine oder andere Verantwortliche etwas ins Grübeln kommt.

    Das komplette Interview findet sich hier: https://www.allgaeuer-zeitung.de/allgaeu/kaufbeuren/lecks-im-netz-wenn-das-kassensystem-eines-h%C3%A4ndlers-aus-kaufbeuren-viral-geht_arid-288133 (natürlich ist der Screenshot schlecht lesbar. Ihr sollt schließlich auf den Link klicken, damit die AZ auch ein paar Cent erhält 😉)

    Und bevor jemand fragt: Natürlich bewege ich mich im legalen Bereich. Wenn ich schon andere unterstütze die quasi ihre Hausaufgaben nicht machen, so möchte ich zumindest kein Risiko eingehen. Das verhindert, dass man bei manchem offenen System nicht erkennen kann, wer der Eigentümer ist. Um dies herauszufinden, müsste ich mich strafbar machen. Die Kriminellen pfeifen natürlich auf das.

  • Digitalisierungs-Diskussionsrunde mit dem Jakob-Brucker-Gymnasium und der Jörg-Lederer-Mittelschule

    Digitalisierungs-Diskussionsrunde mit dem Jakob-Brucker-Gymnasium und der Jörg-Lederer-Mittelschule

    Digitale Diskussionsrunde mit dem Jakob-Brucker-Gymnasium

    Ich hatte wieder einmal das Vergnügen, mit Schülern über die Digitalisierung in der Schule und im Alltag zu sprechen. Diesmal aber auf zwei verschiedene Arten: Einmal rein virtuell und einmal vor Ort. Während ich noch bei meiner letzten Diskussion im Juni mit Papier arbeitete, musste ich nun dieses virtualisieren. Über ein spezielles Tool war es möglich, Umfragen zu gestalten, deren Ergebnisse man sofort sehen konnte. Das war bei den 96 teilnehmenden Schülern der 9. Jahrgangsstufe des Jakob-Brucker-Gymnasiums besonders spannend und auch die einzige wirklich brauchbare Lösung. Aber auch bei den 20 Schülern vor Ort setzte ich auf diese Lösung. So konnten die Schüler bequem mit ihrem Handy die Fragen beantworten, welche dann die Grundlage für die weiterführenden Diskussionen waren. So waren schnell zwei Unterrichtsstunden vorbei.

    Nachfolgend mal eine Auswahl der Themen mit deren Umfrageergebnissen:

    Soziale Netzwerke

    Klar, dass dieses Thema für die Schüler besonders interessant war.

    Bei den nachfolgenden Grafiken bitte nicht wundern, denn nach der ersten Diskussion änderte ich diese etwas ab (Reddit und Pinterest hinzugefügt), das grundsätzliche Ergebnis bleibt aber ungefähr gleich.

    Frage: Welche sozialen Netzwerke nutzt du regelmäßig (ohne Messenger oder YouTube)?

    Soziale Netzwerke – Jakob-Brucker-Gymnasium
    Soziale Netzwerke – Jörg-Lederer-Mittelschule

    Man sieht, dass hier kaum ein Unterschied zwischen beiden Schulen besteht. Der einzige Ausreißer ist bei Twitter zu finden. Laut Schülern der JLMS wird Twitter besonders gerne für Nachrichten genutzt.

    Facebook ist out bei der jungen Generation, das zeigt sich ganz eindeutig. Die Gründe waren bei beiden Schulen identisch: Es ist einfach „alt“ und man möchte ungern seine Eltern in einem sozialen Netzwerk treffen. Während Ältere gerne auf Facebook diskutieren, lieben die Schüler den Konsum von Bildern und Videos. Eine Diskussion ist nicht wirklich relevant. Das interaktive Verhalten, welches besonders bei Facebook ausgeprägt ist, ändert sich hier wieder in den klassischen Konsum. Der Trend um das soziale Netzwerk „Clubhouse“ ging an den Schülern gänzlich vorbei. Clubhouse war unbekannt.

    Digitale Zufriedenheit

    Wie steht es eigentlich um die Digitalisierung? Gut, dass Deutschland hier nicht besonders gut abschneidet ist klar. Es ist bedauerlich, dass es in Deutschland für den digitalen Umbruch erstmal eine Pandemie brauchte. Aber wie zufrieden sind die Schüler eigentlich damit?

    Digitale Zufriedenheit – Jakob-Brucker-Gymnasium
    Digitale Zufriedenheit – Jörg-Lederer-Mittelschule

    Man erkennt, dass gerade an der Schule noch deutliches Potenzial vorhanden ist. Wobei aus dem Gespräch heraus die Schüler der JLMS deutlich zufriedener zu sein scheinen als die des JBG. Besonders das von der JLMS genutzte Microsoft Teams kommt sehr gut an. Auch die Themen WLAN und Schüler-Tablets sowie Bring-Your-Own-Device waren bei beiden Schulen von Bedeutung.

    Im öffentlichen Leben gab es in der Umfrage zwar einen Unterschied, das populärste Thema war aber dennoch das gleiche: Besonders öffentliche WLAN-Hotspots waren gefragt. Das von der Stadt Kaufbeuren installierte BayernWLAN wird in der Innenstadt sehr gerne genutzt.

    Im privaten Umfeld sind die Schüler aus beiden Schulen im Großen und Ganzen zufrieden. Lediglich zwei Themen sind negativ behaftet: Die Netzabdeckung in und um Kaufbeuren sowie die Bandbreite zuhause. Zwei typisch deutsche Probleme! Zwar nicht problematisch, aber ein Wunsch der Schüler ist, dass man das BayernWLAN in Kaufbeuren weiter ausbaut.

    Künftiger Unterricht

    Der Unterricht hat sich durch die Pandemie natürlich massiv gewandelt. Aber nur temporär oder nimmt man das eine oder andere mit? Diese Frage stellte ich den Schülern: „Was würdet ihr weiterhin nutzen wollen?“

    Da die Antworten insgesamt 10 Seiten umfassen, kann ich leider keine Screenshots anbieten, aber es war sehr eindeutig: Die Interaktionen über Webplattformen wie Microsoft Teams (JLMS) oder XGUI (JBG). Auch der Einsatz von Videokonferenz-Lösungen wie Zoom kam gut an. Insgesamt schienen die Schüler mit dem Home-Schooling viel zufriedener zu sein als gedacht. Wobei auch klar war, dass der Unterricht vor Ort effektiver ist.

    Nachrichtenkonsum

    Wie konsumieren junge Menschen eigentlich Nachrichten? Da sich doch einiges geändert hat, seit ich in dem Alter war und meine Tochter auch noch zu klein ist, dass ich das an ihr beobachten könnte, stellte ich die Frage: „Wie informierst du dich über Nachrichten?“

    Nachrichtenkonsum – Jakob-Brucker-Gymnasium
    Nachrichtenkonsum Jörg-Lederer-Mittelschule

    Man erkennt klar, dass es auch hier kaum Unterschiede zwischen den Schülern beider Schulen gibt. Wichtigstes Medium sind die sozialen Netzwerke. Wobei man auch sagen muss, dass altersbedingt natürlich das Interesse an Nachrichten geringer ist als bei Erwachsenen. Dennoch informieren sich viele Schüler durch Abos von Nachrichtenportalen wie z. B. die Tagesschau. Wie schon erwähnt wird hier Twitter besonders gerne genutzt. Auch der elterliche Faktor ist recht groß, jedoch ist es oft auch unfreiwillig, dass Eltern die Kinder über das aktuelle Geschehen aufklären. Ich würde es in dem Fall ein „unfreiwilliges Abo“ nennen.

    Besonders ein Problem sehe ich: Kommunale Nachrichten, denn diese erreichen die Schüler deutlich weniger. Hier besteht ein immenser Nachholbedarf, da die Stadt Kaufbeuren wie auch unsere kommunalen Zeitungen, Allgäuer Zeitung und Kreisbote, zu wenig auf den bei den Jungen angesagten Plattformen informieren.

    Apps der Stadt Kaufbeuren

    Das letzte Thema, welches ich auf dieser Seite angehen möchte, ist die Bekanntheit der Apps der Stadt Kaufbeuren. Anhand der vorherigen Diskussionen vermutete ich schon das Ergebnis der Frage „Welche Apps der Stadt Kaufbeuren kennst du?“.

    Bekannte Apps – Jakob-Brucker-Gymnasium
    Bekannte Apps – Jörg-Lederer-Mittelschule

    Hier zeigt sich auch ein Resultat daraus, dass die Schüler nur schwer erreicht werden. Die Apps der Stadt Kaufbeuren waren nahezu unbekannt, auch wenn sie durchaus auf Interesse stießen. Hier muss man schauen, wie man die Thematik angehen kann.

    Ein Schüler war besonders von der Abfall-App begeistert, denn seine Aufgabe ist es wohl, den Müll rauszubringen, was regelmäßig vergessen wird. Nun hat er eine Hilfe…

    Insgesamt kam die Diskussionsrunde bei den Schülern sehr gut an und ich würde mich freuen, diese künftig auch an anderen Schulen durchführen zu können. Ich freue mich über jede Meldung!

    Abschließend möchte ich noch die Gegenseite zu Wort kommen lassen und bedanke mich herzlich für die Kooperation. Es hat auch mir wieder sehr viel Spaß gemacht

    • Bernd Dössinger StD & Dirk Wohlgemuth OstR Jakob-Brucker Gymnasium
      Wir fanden die Veranstaltung sehr gelungen, da die Schüler die Möglichkeit erhielten, ihre Erfahrungen bezüglich der Digitalisierung sowohl im schulischen als auch privaten Rahmen auszutauschen.
      Auch die Auseinandersetzung über speziell schulische Angebote und Wünsche seitens der Schüler ermöglichte ebenfalls der Schule eine erklärende Stellungnahme.
      Die Schüler wurden auf die Buron-App aufmerksam gemacht und können nun die Nutzung dieser App vor dem Hintergrund ihrer Bedürfnisse angehen.
      Besonders lebendig wurde die Diskussion, als die Sozial-Media-Produkte der Schüler abgefragt und die unterschiedliche Verwendbarkeit thematisiert wurde.
      Das verwendete Umfragetool war abwechslungsreich und bot sehr schnell die Möglichkeit, über die Ergebnisse miteinander ins Gespräch zu kommen.

    • Christian Gebauer, Rektor Jörg-Lederer Mittelschule
      In einer lockeren und angenehmen Atmosphäre konnten unsere Schüler all ihre Fragen zur Digitalisierung an unserer Schule und in Stadt Kaufbeuren stellen, die Herr Uhrle sympathisch und schülergerecht erklären konnte.
      Ich finde es einfach klasse, dass Herr Uhrle nicht über unsere Schüler, sondern mit unseren Schülern spricht und sich so selbst ein Bild über ihre Wünsche und Probleme bei der Digitalisierung macht. So werden für unsere Schüler Entscheidungen der Politik nachvollziehbar.
    Diskussion mit den Schülern der Jörg-Leder-Mittelschule
  • Corona 1 – Uhrle 0

    Corona 1 – Uhrle 0

    Zunächst hatte ich etwas über meine COVID-19 Erkrankung lediglich auf meiner privaten Seite was geschrieben. Nachdem aber die Allgäuer Zeitung bezüglich eines Artikels auf mich zu kam, welcher letzten Dienstag veröffentlicht wurde, finde ich es nicht verkehrt, hier auch noch kurz etwas zu schreiben.
    (Artikel: https://www.allgaeuer-zeitung.de/…/ein-langer-weg-wie…)

    Was mir wichtig ist: Ich hatte das Glück, das letzte Bett auf der Intensiv zu bekommen. Stellt euch vor, euch erwischt es genauso und die COVID-19-Intensivstation ist voll. Und nun?

    Zudem ist jeder Patient weniger eine Entlastung für das wunderbare Pflegepersonal die sich im Krankenhaus wirklich den Hintern aufreißen. Es gibt auch dort einige krankheitsbedingte Ausfälle und dennoch bekommen sie es, auch mit Rotationen aus anderen Stationen, noch gewuppt. Und trotz des Stresses ist das Personal nett und zuvorkommend. Aber wie lange soll diese Belastung für das Personal noch gehen?

    Ich möchte hier nicht über die Maßnahmen diskutieren, ob richtig oder falsch. Letztlich kann dies eh keiner 100%ig bewerten, weils die Glaskugel nicht her gibt.
    ABER worum ich alle bitte: Seid vernünftig, überlegt euch, ob der direkte Kontakt Sinn macht oder nicht. Denn jeder Kontakt weniger, ist auch ein geringeres Risiko.
    Denn wenn COVID-19 mal einen sauber erwischt, ist das kein Spaß, überhaupt nicht. Eine vollständige Genesung kann über Monate dauern.

    Hier zwei Berichte über dieses Problem:
    https://www.spiegel.de/…/corona-langzeitschaeden-ich…

    https://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/videos/Interview-dr-ralf-schipmann-corona-sendung-vom-07-10-2020-video-100.html

    Überlegt euch, ob ihr das riskieren möchtet. Natürlich statistisch eher unwahrscheinlich, dass es einen Jüngeren erwischt, aber das Restrisiko zeigt oft genug, dass es auch Jüngere ohne Vorerkrankung zerlegt. Versucht einfach, vernünftig zu sein. Denn ihr könnt nicht nur euch gefährden, sondern natürlich auch euer Umfeld.

  • Warum E-Autos besser sind als viele glauben…

    Warum E-Autos besser sind als viele glauben…

    Sooo, da isser endlich: Mein neues E-Auto (jaaaa, er braucht ne Wäsche…). Da mir durch einen Jobwechsel mein Dienstwagen wegfiel und ich in der letzten Zeit mit einem Dauermietwagen (eigentlich auch ein interessantes Konzept) unterwegs war, wollte ich doch wieder was „Festes“.

    Aber warum eigentlich einen Stromer und keinen Verbrenner oder Hybriden? Nachfolgend meine Argumente für ein E-Auto, mit entsprechenden Quellen (ganz unten). Zwar habe ich Argumente gesammelt, aber noch keine Langzeit-Erfahrung. Da wir noch einen „Familien-Diesel“ haben, sind wir aktuell flexibler, aber vielleicht wird der auch durch einen Stromer ersetzt? Das wird sich zeigen.

    Als Pendler mit im Schnitt knapp 100km am Tag ist es die perfekte Reichweite für ein E-Fahrzeug. Geladen wird dieser daheim mit feinstem VWEW Ökostrom und hoffentlich auch bald am Büro. Zudem sehe ich im Strom die Zukunft. Natürlich gibt es Szenarien in welchen aktuell E-Autos noch keinen Sinn machen, z. B. wenn man daheim nicht die Möglichkeit zum Laden hat, aber auch hier wird es künftig Möglichkeiten geben. Andere Länder machen es schon vor. Zudem wette ich, dass E-Autos gegenüber Wasserstoff im PKW-Bereich die Nase vorn haben, denn 1kg Wasserstoff benötigt 55 kWh [1]. Zudem kostet derzeit ein Kilogramm grüner Wasserstoff mindestens 2,80€ oder sogar das Mehrfache davon [2]. Nicht zu vergessen ist der Wirkungsgrad von 70 bis 80% beim Stromer gegenüber Wasserstroff mit 25 bis 35% [3]. H2 macht in einigen Bereichen viel Sinn bei allem was große Tanks hat (besonders der Schwerlastverkehr, wo ich die Schwäche des reinen E-Antriebs sehe) , denn auch der Tankprozess ist ein anderer als wie beim klassischen Verbrenner: Der Wasserstoff muss komprimiert und gekühlt werden, was bei mehreren Tankvorgängen hintereinander zu langen Wartezeiten führt.

    Aber zurück zum Thema: Wieder einen Verbrenner wollte ich nicht. Die E-Autos sind mittlerweile so ausgereift, dass sie was die Reichweiten, die Ladezeiten oder auch die Batterielaufzeiten betrifft, praxistauglich sind. Zudem sind die Kosten auch deutlich einfacher zu kalkulieren: Der Strom-Preis hat bei Weitem nicht die Schwankungen wie Kraftstoffe und der Verschleiß ist nur ein Bruchteil eines Verbrenners, was auch der Grund ist, warum ich mich gegen einen Hybriden entschieden habe. Geht mal durch, welche Posten bei einem Kundendienst anfallen und welche davon mit dem Verbrennungsmotor zusammenhängen. Auch der Bremsverschleiß ist durch die Rekuperation (Energierückgewinnung) bei einem E-Auto deutlich geringer.

    Nachfolgend ein paar Aussagen die man immer wieder liest und hört:

    „Aber ein E-Auto ist deutlich dreckiger wenn man die Herstellung berücksichtigt“:

    Ja, die Herstellung benötigt deutlich mehr Strom, aber danach sieht es wesentlich besser aus. Was in vielen Studien, bei welchen ein E-Auto nicht gut weg kommt, nur selten berücksichtigt wird, ist die Förderung, Herstellung und Transport der Kraftstoffe. Für einen Liter Diesel werden 7kWh benötigt [4]. Mit den 7kWh ist mein Model 3 schon fast 50km gefahren bevor der Diesel überhaupt einen Zentimeter bewegt wurde. Wenn ihr eine Doku oder Studie habt, schaut mal nach ob die Kraftstoffherstellung dort berücksichtigt wurde, was aber immer im Fokus ist, ist die Batterieherstellung und auch die Stromerzeugung. Klingt komisch, ist aber so. Die Berechnung, die alles berücksichtig, nennt sich „Well-to-Wheel“. Und, nebenbei erwähnt, wird Teslas Gigafactory ausschließlich mit erneuerbarer Energie betrieben. Das schmälert den CO2-Fußabdruck massiv [5].

    „Aber die armen Kinder die das ganze Kobalt schürfen müssen“*:

    Ja, da ist ein Problem, ein großes sogar, aber das betrifft nur zu einem Bruchteil die E-Fahrzeuge. Denn zum einen haben Hersteller wie Tesla oder VW entsprechende Maßnahmen/Zertifizierungen, dass so ein Kobalt (welcher überwiegend aus dem Kongo stammt) nicht verwendet wird und zum anderen wird 58% des Kobalts gar nicht für Batterien verwendet [6]. Bei den 42% sind SÄMTLICHE Batterien enthalten, also neben Auto-Akkus auch E-Bikes, Handys, Notebooks, etc.. Zudem kommen neueste Akkugeneration für E-Autos ohne oder mit nur verschwindend wenig Kobalt aus [7].

    Zudem kommt, dass Kobalt überwiegend als Nebenprodukt der Nickel- und Kupferproduktion gewonnen wird. Somit wäre der Umwelteinfluss ohne die Kobaltgewinnung ziemlich identisch. [20]

    Nichtsdestotrotz muss man diese Problematik angehen, aber wie gesagt, das betrifft nur zu einem Bruchteil E-Autos. Dieses Problem hätten wir auch ohne E-Autos.

    „Der Lithiumabbau ist massiv umweltschädlich“*:

    Also ähnlich wie beim Kobalt ist das kein exklusives Problem, denn 62,6% des geförderten Lithiums werden gar nicht für Batterien im Allgemeinen genutzt, sondern für andere Produkte [8]. Zudem ist die Gewinnung von Lithium deutlich umweltverträglicher als die Ölförderung. Z. B. schon einmal von Lithiumkatastrophen gehört? Nein? Ich auch nicht. Auch wird Lithium dauerhaft genutzt und nicht verbrannt wie Kraftstoffe. Der größte Exporteur, Chile, fördert sein Lithium in der Atacama-Wüste. Umweltverträglicher geht kaum oder? Zwar gibt es Regionen, in welchen mehr in die Öko-Systeme eingegriffen wird, es ist dennoch deutlich weniger kritisch als beim Öl. [9] Außerdem entsteht Lithium auch als Nebenprodukt bei anderen Förderungen wie z. B. Kalium. Und der (virtuelle) Wasserverbrauch? Ja, der ist hoch – so benötigt ein 64-kWh-Akku 3.840 Liter Wasser. Als Vergleich benötigt ein Kilo Kakao 27.000 Liter [10][11]. Zudem wird bei Lebensmitteln Frischwasser benötigt, beim Lithiumabbau nicht. Da reicht ungenießbares Wasser.

    „Wenn alle auf E-Autos umsteigen, dann reicht der Strom nicht“:

    Was passiert eigentlich, wenn alle Deutschen parallel ihr Bügeleisen einschalten? Unrealistisch? Jo, genauso wie wenn alle E-Autos parallel laden. Der Durchschnittsdeutsche fährt am Tag 36,9km [12]. Das wären bei meinem Model 3 etwa 5kWh. Über den Tag verteilt. Denn idealerweise lade ich daheim, in der Arbeit, beim Einkaufen, etc.. Aber selbst wenn viele Fahrzeuge über Nacht geladen werden, so steuert eine intelligente Ladesteuerung dem entgegen. Schließlich gibt es einen breiten Zeitraum zum Laden. Zudem wird weniger Kraftstoff benötigt, der, wie oben erwähnt, ebenfalls nicht wenig Energie zur Herstellung braucht. Im Prinzip benötigt der Durchschnittsdeutsche für seine tägliche E-Autofahrt weniger kWh als ein Liter Diesel bis er getankt wird.

    „Die Batterien halten nicht lange und sind nur Sondermüll“:

    Tesla gibt eine Garantie von 160.000, 192.000 bzw. 240.000km auf die Batterie, Kia 150.000km und bei VW bekommt man eine 160.000km Garantie auf seine ID.3 Batterien, wobei sich mittlerweile herausgestellt hat, dass diese deutlich länger halten. Ein Beispiel ist der Tesla der bereits eine Million Kilometer auf dem Buckel hat und der derzeitige Akku seit 476.000km hält (bei aktuell 80% Kapazität) [13]. Und wenn die Akkus ihren Zenit überschritten haben, dann bekommen sie immer noch ein zweites Leben als Stromspeicher, denn selbst mit 70% Kapazität, haben sie immer noch einen hohen Nutzwert [14]. Und auch das Recycling erreicht auch mittlerweile 90%. [auch 14]. Zudem wird mit dem Recycling mittlerweile auch Gewinn gemacht, die perfekte Voraussetzung dass sich hier noch einiges weiter zum positiven verändern wird.

    „Elektroautos brennen häufig“:

    Nein, sie brennen sogar weniger. Ein Verbrenner hat 90 Fahrzeugbrände je eine Milliarde gefahrener Kilometer, Tesla kommt z. B. nur auf zwei [15]. Was aber wirklich stimmt, ist, dass Brände von Stromern komplizierter sind, da das Fahrzeug bzw. der Akku nach dem Brand nochmal gekühlt werden muss [16]. Aber auch hier gibt es Entwicklungen für eine deutlich bessere Brandbekämpfung.

    Ein E-Auto mag zwar besser für die Umwelt sein, am besten ist aber immer noch ein guter und günstiger ÖPNV, denn dieser hält Autos von der Straße fern. In meinem Fall ist das Auto leider alternativlos.
    Zudem befinden wir uns bei der Entwicklung noch relativ am Anfang. Neue Technologien, gerade im Akkubereich werden kommen. Beim Verbrenner geht nicht mehr viel, der hat schließlich auch einen Vorsprung von mehreren Jahrzehnten. So werden E-Autos auch immer günstiger, laut einer Studie sind einige Modelle, unter Berücksichtigung aller Kostenfaktoren, bereits günstiger als vergleichbare Verbrenner [19].

    *Es ist schon verwunderlich, dass mancher sich seit den E-Autos über die Rohstoffe aufregt. Im Prinzip ist die Aufregung nicht verkehrt, denn es gibt viel zu verbessern, aber wieso nur beim E-Auto? Es arbeiten 73 Millionen Kinder unter Arbeitsbedingungen die gefährlich und ausbeuterisch sind, darunter auch Minen (z. B. Gold, Diamanten), Textilarbeiten oder Landwirtschaft. [17] Aber scheinbar ist nur das E-Auto böse. Die neusten Klamotten vom Primark oder der Goldring scheinen weniger problematisch zu sein, obwohl die Lohnkosten hier gerade einmal 1% ausmachen. Gerade Gold ist sehr kritisch, auch was die Umwelt betrifft [18]. Einen Shitstorm habe ich beim Goldhändler aber noch nicht gesehen.

    [1]https://cleanenergypartnership.de/faq/wasserstoffproduktion-und-speicherung

    [2]https://emcel.com/de/was-kostet-gruener-h2/

    [3]https://www.volkswagenag.com/de/news/stories/2019/08/hydrogen-or-battery–that-is-the-question.html

    [4]https://www.carmart.ch/elektro/unmengen-an-energie-fuer-die-diesel-und-benzinproduktion

    [5]https://www.tesla.com/de_DE/gigafactory?redirect=no

    [6]https://batteryuniversity.com/learn/article/bu_310_cobalt

    [7]https://www.theverge.com/2020/9/22/21451670/tesla-cobalt-free-cathodes-mining-battery-nickel-ev-cost

    [8]https://de.statista.com/statistik/daten/studie/159921/umfrage/verwendungszwecke-von-lithium-auf-dem-weltmarkt

    [9] https://edison.media/…/lithium-aus…/24022826.html

    [10]https://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/alternative-antriebe/wasserverbrauch-akku-elektroauto

    [11]https://www.presseportal.de/pm/130544/3934035

    [12]https://www.kfz-auskunft.de/news/2146.html

    [13]https://www.autobild.de/artikel/tesla-model-s-eine-million-kilometer-16130445.html

    [14]https://www.autozeitung.de/elektroauto-batterie-lebensdauer-entsorgung-199140.html

    [15]https://www.wiwo.de/…/brandgefahr…/24457024-3.html

    [16]https://www.br.de/…/wie-gefaehrlich-sind-braende-bei-e…

    [17]https://www.unicef.de/…/kinderarbeit-fragen-und…/166982

    [18]https://www.regenwald.org/files/de/gold-fakten-download.pdf

    [19] https://theicct.org/…/EU_vehicle_taxation_Report..

    [20] https://www.deutsche-rohstoffagentur.de/DERA/DE/Aktuelles/rohstoff_kobalt.html